Gedenken an Anschlag im Olympia-Einkaufszentrum

Gedenken an Anschlag im Olympia-Einkaufszentrum

In München wurde am 22. Juli 2026 an die neun Opfer des rassistisch motivierten Attentats im Olympia-Einkaufszentrum erinnert, das sich vor zehn Jahren ereignete. Bei der Gedenkveranstaltung betonte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Notwendigkeit, Rassismus und Antisemitismus entschieden entgegenzutreten. Er appellierte an die Gesellschaft, jede Form der Diskriminierung aufgrund der Herkunft zu bekämpfen und erinnerte daran, dass Deutschland eine Nation mit einer vielfältigen Migrationsgeschichte sei.

Steinmeier erklärte, dass die Toten von München im Gedächtnis bleiben sollten und mahnte, dass der Hass des Täters gegen Menschen gerichtet war, die er als minderwertig ansah. Er verwies auf die dunkle Geschichte Deutschlands und forderte dazu auf, dass solches Denken keinen Platz in der Gesellschaft haben dürfe. Antisemitismus und Rassismus müssten aktiv bekämpft werden, und jeder Einzelne sei dazu aufgerufen, ein feindliches Klima gegenüber Menschen mit Zuwanderungsgeschichte abzulehnen.

An der Gedenkfeier nahmen auch Hinterbliebene, Überlebende sowie prominente Vertreter wie die bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner und Münchens Oberbürgermeister Dominik Krause teil. Steinmeier erinnerte zudem an andere rechtsextreme Anschläge in Deutschland, darunter die Attentate von Halle und Hanau sowie die Mordserie des NSU.

Das Attentat am 22. Juli 2016, bei dem der 18-jährige David S. acht Jugendliche und eine Erwachsene erschoss, wurde zunächst als Amoklauf eingestuft. Erst 2019 wurde die Tat vom bayerischen Landeskriminalamt als rassistisch motiviert bewertet. Angehörige der Opfer fordern weiterhin einen Untersuchungsausschuss, um die Hintergründe der Tat umfassend aufzuklären.

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