Europäische Perspektive auf Währung und Konvergenz
Boris Vujčić, Vizepräsident der Europäischen Zentralbank, hat bei einer Konferenz zu Islands Währungsoptionen die europäische Sicht auf Währungen und Konvergenz dargestellt. Er betonte, dass die Einführung des Euro nicht nur politische Einigkeit, sondern auch stabile Institutionen, verlässliche Regeln und wirtschaftliche Annäherung voraussetze.
Nach seinen Angaben hat sich die Eurozone seit dem Start der Gemeinschaftswährung deutlich ausgeweitet. Heute teilen 21 Länder den Euro, mehr als 350 Millionen Menschen nutzen ihn im Alltag. Der Euro sei inzwischen die zweitwichtigste Währung im internationalen Handel und Finanzwesen. Vujčić verwies zudem auf die Konvergenzkriterien des Maastricht Vertrags, darunter Preisstabilität, solide Staatsfinanzen, langfristige Zinsen und Wechselkursstabilität im Mechanismus ERM II.
Er hob hervor, dass sich der Rahmen für den Euro Beitritt in verschiedenen Ländern bewährt habe, etwa im Baltikum, in der Slowakei, in Kroatien und Bulgarien. Die Reformen nach der Finanzkrise hätten die Bankenaufsicht und die wirtschaftspolitische Koordinierung gestärkt. Zugleich genieße der Euro laut aktuellen Umfragen breite Unterstützung in der Bevölkerung.
