EU Methanverordnung unter Druck: Reiche fordert Aufschub
Die EU Methanverordnung soll Methanemissionen von fossilen Energieträgern stärker begrenzen und ist seit August 2024 in Kraft. Für Importeure von Öl, Gas und Kohle aus Drittstaaten sollten ab dem 1. Januar 2027 neue Nachweispflichten gelten. Die EU Kommission hat nun einen einjährigen Aufschub vorgeschlagen, sodass diese Vorgaben erst ab 2028 greifen würden.
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche stellte sich im Juni beim EU Energierat hinter die Forderung nach einer Verschiebung. Sie begründete das mit Sorgen um die Energiesicherheit. Das Bundesumweltministerium hält dagegen an den bestehenden Regeln fest.
Reiche reiste kurz vor ihrer öffentlichen Positionierung zu einem Branchentreffen der Öl und Gasindustrie in den USA. Recherchen zufolge waren dort zahlreiche Gespräche mit Vertretern von Energiekonzernen, Infrastrukturinvestoren und der US Regierung vorgesehen. Ein interner Ministeriumsvermerk legt nahe, dass Reiche dabei auf die Rückendeckung des Bundeskanzlers zählen konnte.
