Einfluss von Hitze auf Menstruationszyklus und Regelblutung

Einfluss von Hitze auf Menstruationszyklus und Regelblutung

Hitzewellen, wie sie für das kommende Wochenende in vielen Teilen Deutschlands prognostiziert werden, können erhebliche Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit haben. Besonders Frauen sind betroffen, da hohe Temperaturen auch den Menstruationszyklus und damit verbundene Beschwerden beeinflussen können.

Experten weisen darauf hin, dass der Menstruationszyklus empfindlich auf verschiedene Faktoren reagiert, darunter Stress, Ernährung und körperliche Aktivität. Laut Carmen Seifried, stellvertretende Landesvorsitzende des Berufsverbands der Frauenärztinnen und Frauenärzte Baden-Württemberg, kann Hitze ab Temperaturen von 36 Grad Celsius als Stressfaktor wirken. “Stress kann den Menstruationszyklus verlängern oder verkürzen”, so Seifried.

Alice Höller, Gynäkologin und Oberärztin an der Universitätsfrauenklinik in Tübingen, erklärt, dass Hitzestress die Ausschüttung des Hormons Cortisol erhöht, was ebenfalls den Zyklus beeinflussen kann. Darüber hinaus können hohe Temperaturen nicht nur den Verlauf des Zyklus verändern, sondern auch körperliche und psychische Symptome während der Menstruation verstärken. Kreislaufbeschwerden sind ein häufiges Beispiel, das insbesondere bei erhöhtem Blutverlust während der Regelblutung auftritt.

Seifried erläutert, dass Hitze die Blutung verstärken kann, da sie die Blutgefäße erweitert. Dies kann in Kombination mit den allgemeinen Kreislaufbeschwerden, die durch hohe Temperaturen verursacht werden, zu einer zusätzlichen Belastung führen. Besonders bei Frauen mit Endometriose, einer Erkrankung, bei der sich Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter ansiedelt, können die durch Hitze verstärkten Schmerzen problematisch sein.

Generell sind menstruationsbegleitende Schmerzen im Sommer oft geringer als im Winter, da moderate Temperaturen bis etwa 33 Grad Celsius als wohltuend empfunden werden. Ab Temperaturen von 36 Grad Celsius können jedoch Beschwerden zunehmen.

Neben körperlichen Symptomen können auch psychische Beschwerden wie Gereiztheit und erhöhte Aggressivität auftreten. Diese hormonellen Schwankungen sind unabhängig von der Hitze, jedoch können Hitzewellen ähnliche Symptome hervorrufen, was die psychische Labilität verstärken könnte.

Um den Auswirkungen der Hitze entgegenzuwirken, rät Seifried dazu, ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen. “Durch das Schwitzen verliert man viele Elektrolyte”, erklärt sie. Der Verzehr von wasserreichen Lebensmitteln wie Melonen, Gurken oder Tomaten kann ebenfalls hilfreich sein. Zudem empfiehlt sie, sich in kühlen Räumen aufzuhalten und Entspannung zu suchen.

Zur Originalmeldung

Ähnliche Beiträge

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert