Deutschland: riskanter Balanceakt in China
Deutschland bezieht bei wichtigen Industriemetallen aus China nur noch geringe Mengen. Im April lieferte die Volksrepublik weniger als ein Kilogramm Germanium nach Deutschland, beim ebenfalls wichtigen Gallium gingen drei Kilogramm nach Malaysia. Andere Länder gingen leer aus. Germanium und Gallium sind zentrale Rohstoffe für Glasfaserkabel, Nachtsichtgeräte, 5G Netze, Schnellladegeräte und Barcode Scanner.
Gleichzeitig bleibt Deutschland in der China Politik vorsichtig. Katherina Reiche fordert fairen Wettbewerb und eine verlässliche Belieferung mit Seltenen Erden, während Deutschland ein härteres Vorgehen in der EU aus Sorge vor Strafmaßnahmen gegen eigene Unternehmen bremst. Derweil baut BASF in Zhanjiang ein neues Werk für fast neun Milliarden Euro und produziert dort für den chinesischen Markt. Experten warnen, deutsche Unternehmen stärkten damit Chinas Überkapazitäten und unterschätzten seit Jahren den technologischen Aufstieg der Volksrepublik. Studien sehen Deutschland inzwischen selbst unter Druck durch den wachsenden Wettbewerb aus China.
