CSU Chef und Ministerpräsident: Der doppelte Söder
Mit einer Rede von CSU Chef Markus Söder beginnt der Parteitag der Christsozialen. Söder prägt die Partei als Vorsitzender, tritt als bayerischer Ministerpräsident aber zugleich mit eigener Linie auf. In der Koalition in Berlin sitzt er mit am Tisch, wenn politische Weichen gestellt werden, und vertritt dabei entschlossen bayerische Interessen.
Zugleich gilt Söder als Politiker mit wechselndem Auftreten. Er zeigt sich zuletzt versöhnlicher, während verbale Angriffe auf die eigene Partei seltener geworden sind. Stattdessen richtet er den Blick stärker auf AfD und Linke. Auch äußerlich gibt er sich bei offiziellen Terminen staatsmännischer und trägt inzwischen häufiger Krawatte.
Offen bleibt für ihn die Frage nach einer Kanzlerkandidatur. Öffentlich betont Söder zwar seine Rolle in Bayern, zugleich soll er in Berlin Kritik an Bundeskanzler Friedrich Merz verstärken lassen. Ohne offenen Aufruf sieht sich Söder weiter nicht am Ziel seiner Ambitionen.
