Ceuta: Minderjährige auf sich allein gestellt
In Ceuta leben nach Schätzungen 3000 bis 5000 minderjährige Migranten auf der Straße, viele von ihnen seit mehr als zwei Wochen. Sie finden in den überfüllten Auffanglagern der spanischen Exklave keine Unterkunft und schlafen in provisorischen Behausungen im Gewerbegebiet El Tarajal.
Unter ihnen ist die 14 Jahre alte Amina aus Marokko. Auch andere Minderjährige berichten von fehlender Sanitärversorgung und unsicheren Lebensbedingungen. Eine Mutter schildert, dass sie für ihre Kinder weder genug Geld für Schule noch für angemessene Kleidung habe und zudem für ein krank gewordenes Kind keine Hilfe erhalten habe. In der vergangenen Woche hat die Polizei in Ceuta mindestens 15 Fälle mutmaßlicher Vergewaltigung registriert, lokale Behörden gehen von einer höheren Dunkelziffer aus.
Die Regionalregierung fordert mehr Unterstützung aus Madrid und warnt vor einer Hochrisikosituation. Spaniens Zentralregierung will die Minderjährigen auf andere Regionen verteilen, doch ein Zeitplan fehlt. Ceutas Regionalpräsident Juan Jesús Vivas hält auch eine Rückkehr der Minderjährigen in ihre Familien oder die Übernahme durch marokkanische Sozialdienste für eine mögliche Lösung.
