Bundeswehr: Streit um Zuständigkeiten im Weltraum
In der Bundeswehr gibt es nach Recherchen von WDR und NDR einen Streit darüber, wer für die militärische Sicherheit im Weltraum zuständig ist. Im Zentrum steht die Frage, ob diese Aufgaben bei der Luftwaffe oder beim Cyber und Informationsraum liegen sollen. Es geht dabei auch um Waffensysteme und um die Verteilung von Mitteln aus den von Verteidigungsminister Boris Pistorius angekündigten Investitionen von 35 Milliarden Euro bis 2030.
Das Weltraumkommando der Bundeswehr sitzt in Uedem, beschafft Satellitenbilder, soll die Kommunikation der Streitkräfte über Satellit sichern und gegnerische Satelliten analysieren. Es ist der Luftwaffe unterstellt. Der Cyber und Informationsraum betreibt die Aufklärungssatelliten im Rahmen der Einsatzunterstützung und ist für die Beschaffung von Informationen mit Sensorik zuständig.
Nach den Plänen des Verteidigungsministeriums sollen künftig auch Abwehr und Angriffssysteme für den Weltraum beschafft werden. Die Luftwaffe beansprucht dafür die Zuständigkeit, während der Inspekteur des Cyber und Informationsraums, Thomas Daum, nach den Recherchen die komplette Verantwortung für Sensoren und Wirkmittel bei seiner Teilstreitkraft sehen soll. Innerhalb der Bundeswehr wird der Streit als hinderlich für Planungen und Beschaffungen beschrieben. Verteidigungsminister Pistorius deutete in Berlin an, dass die Luftwaffe künftig mehr Aufgaben im Weltraum übernehmen soll.
