Belgien muss erstmals Opfer von Kolonialverbrechen entschädigen
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Belgien muss erstmals Opfer von Kolonialverbrechen entschädigen

Belgien muss erstmals Opfer kolonialer Gewalt entschädigen. Ein Gericht sprach fünf Frauen, die als Kinder ihren Familien in der damaligen Kolonie Kongo entrissen und in Heime gebracht worden waren, jeweils 50.000 Euro zu. Das Urteil wurde im Berufungsverfahren bestätigt und gilt ausschließlich für die fünf Betroffenen.

Die Fälle stehen für ein koloniales System, in dem bis Anfang der 1960er Jahre Tausende Kinder in belgischen Kolonien in Heime und Internate gebracht wurden, weil ihre Väter weiße Europäer waren. Das belgische Gericht wertete das Leiden der Frauen als Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Die Anwältin der Betroffenen spricht von einem historischen Urteil. In Belgien gibt es bis heute kaum eine Kultur der Erinnerung an Kolonialverbrechen. 2019 entschuldigte sich der damalige Premierminister Charles Michel im Parlament für das Unrecht an Kindern gemischter Herkunft und ihren Familien. König Philippe hat sich bislang nicht entschuldigt, sondern nur sein Bedauern geäußert.

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