Auch ohne Mehrheit: Eisenkot will in Israel eine neue Regierung bilden
Nach der Parlamentswahl in Israel will der Oppositionspolitiker Gadi Eisenkot eine neue Regierung bilden. Sein Lager liegt nach ersten Prognosen zwar knapp vor dem Block von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, doch keiner der beiden Bündnisse erreicht eine Mehrheit. Für eine Regierungsbildung könnte Eisenkot deshalb auf weitere Parteien angewiesen sein.
Eisenkot sprach vor Anhängern in Tel Aviv von einem Wandel und sagte, das Land sei auf dem Weg in eine neue Ära. Er warnte Netanjahu davor, Israels Sicherheit für politische Zwecke zu nutzen, und lehnte Neuwahlen ab. Als Voraussetzungen für eine Koalition nannte er die Anerkennung Israels als jüdischer und demokratischer Staat, den Wehrdienst auch für ultraorthodoxe Juden und die Zerschlagung der Hamas.
Die arabischen Parteien legten den Prognosen zufolge deutlich zu und könnten zum Zünglein an der Waage werden. Die Wahlbeteiligung lag bei 77,7 Prozent und damit auf dem höchsten Stand seit 1999. Netanjahu warf der arabischen Raam Partei Wahlbetrug vor.
