Argentinien: Mehr Mathe mit Messi und Co.
In Argentinien wird Mathematik in manchen Klassenzimmern mit Fußball verknüpft. In einer ersten Klasse in Buenos Aires malen die Kinder etwa einen Fußballplatz und lösen daran Geometrieaufgaben. Lehrerin Felicitas Allen setzt dabei auf Beispiele aus dem Alltag, weil die Schülerinnen und Schüler so motivierter seien.
Die Idee geht auf Victoria Zorraquin zurück, die während der WM 2022 Lehrmaterial mit dem Turnier verband. Ihr Ansatz wurde online zehntausendfach heruntergeladen und führte zu einer Nichtregierungsorganisation, die sich gegen die Bildungskrise im Land engagiert. Fußball sei in Argentinien eine gemeinsame Sprache, während Mathematik im internationalen Vergleich schwach abschneide, sagt Zorraquin.
Nach der PISA Studie von 2022 lag Argentinien auf Platz 66 von 81 Ländern. Soziologin Marina Larrondo verweist auf sinkende Bildungsbudgets, niedrigere Lehrergehälter und Armut als große Belastungen für das Schulsystem. Auch öffentliche Universitäten leiden unter Finanzierungslücken, während die Sparpolitik der Regierung von Präsident Javier Milei die Lage verschärft.
