Antisemitismus und die Linke: Jüdische Community uneins
Nach dem Wahlsieg der Linken bei der Berliner Abgeordnetenhauswahl steht die Partei wegen ihres Umgangs mit Antisemitismus unter Druck. Im Wahlkampf hatte der Auftritt eines antisemitischen Rappers für Empörung gesorgt, außerdem wurde ein Mann aus dem Umfeld einer kriminellen Großfamilie auf einer Wahlparty gesehen. Die Parteispitze distanzierte sich mehrfach von solchen Vorfällen.
Der Zentralrat der Juden und mehrere Mitglieder der Bundesregierung stellen die Glaubwürdigkeit der Linken beim Schutz jüdischen Lebens infrage. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche wirft der Partei vor, Antisemitismus offen zu leben, und kritisiert zugleich ihre Pläne zur Enteignung großer Wohnungsunternehmen. Die Linke will per Unterlassungsklage gegen ein Video vorgehen, in dem Reiche gegen die Partei wirbt.
Gleichzeitig wird die Linke von 150 Jüdinnen und Juden in einem offenen Brief unterstützt. Sie warnen vor einer Instrumentalisierung der Antisemitismusdebatte und sehen die AfD als größere Gefahr. Elif Eralp will nun Brücken bauen und betont, jüdisches Leben in Berlin stärken und Antisemitismus bekämpfen zu wollen.
