Agora Energiewende warnt: Klimaziel 2026 ist gefährdet
Eine Analyse von Agora Energiewende kommt zu dem Schluss, dass Deutschland sein Klimaziel für 2026 erstmals verfehlen könnte. In den ersten sechs Monaten des Jahres sanken die Emissionen zwar um bis zu sieben Millionen Tonnen CO₂ Äquivalente, doch nach der Hochrechnung des Instituts würde dennoch eine Lücke von zehn Millionen Tonnen CO₂ bleiben. Das Gesetz sieht für 2026 eine Menge von 625 Millionen Tonnen CO₂ vor.
Als Hauptgrund nennt Agora Energiewende die erneute fossile Energiepreiskrise. Ausgelöst durch die Blockade der Straße von Hormus seit März 2026 habe sie zu hohen Öl und Gaspreisen geführt. Dadurch sei die Produktion im Verarbeitenden Gewerbe zurückgegangen, der Lkw Verkehr leicht gesunken und der Absatz von leichtem Heizöl deutlich eingebrochen. Gleichzeitig erzielten Wärmepumpen und E Autos neue Absatzrekorde, was sich positiv auf die Klimabilanz auswirkte.
Die zusätzlichen Kosten für Rohöl und Erdgasimporte seit Beginn des Konflikts Ende Februar beziffert Agora Energiewende auf rund 7,4 Milliarden Euro. Direktorin Julia Bläsius forderte die Bundesregierung auf, Energie und Industriepolitik konsequent auf erneuerbare Energien und Elektrifizierung auszurichten.
