Ägäis: Spannungen zwischen Griechenland und Türkei nehmen zu
Griechenland und die Türkei beschuldigen sich gegenseitig, die Spannungen in der Ägäis zu verschärfen. Im Streit geht es um Hoheitsgewässer, Besitzansprüche und den Einfluss im Mittelmeerraum. Athen wirft Ankara unter anderem Luftraumverletzungen, illegale Meeresnationalparks und Truppenverlegungen an die Küste vor. Die türkische Seite fordert Griechenland auf, die Militarisierung seiner Inseln zu beenden, und spricht von einer Sicherheitsbedrohung für die Türkei.
In Griechenland wird auf Abschreckung gesetzt. Ende August schloss die Regierung einen milliardenschweren Rüstungsvertrag mit Israel ab und erhält damit ein umfassendes Luftverteidigungssystem. Zugleich wird in die eigene Rüstungsindustrie investiert. Beobachter verweisen darauf, dass sich der Konflikt seit Jahren zieht und immer wieder neue Streitfragen dazukommen.
Auch innenpolitische Motive spielen aus Sicht von Experten eine Rolle. In Griechenland stehen im Frühjahr Wahlen an, während sich die bisherige Phase der Entspannung zwischen beiden Ländern ihrem Ende zuneigt.
