Psychologin zur Lage in Israel: Jeder von uns ist irgendwie kaputtgegangen
Seit dem Überfall der Hamas am 7. Oktober 2023 steckt Israel nach Einschätzung der Psychologin Merav Roth in einer tiefen Identitätskrise. Das Vertrauen in die Regierung sei schwer erschüttert, die Gesellschaft aus dem Gleichgewicht geraten. Angst, Trauer und politische Spaltung prägten das Land bis heute.
Roth spricht von einer traumatisierten Gesellschaft. Depressionen und Suizide hätten stark zugenommen, viele Menschen seien traurig, andere von Rachegefühlen bestimmt oder von der Realität entkoppelt. Zugleich verweist sie auf die anhaltenden Folgen des Krieges, die Bedrohung durch Raketen und die Spaltung in unversöhnliche Lager.
Hoffnung setzt Roth auf die Wahl. Sie hält es für wichtig, dass die Ereignisse vom 7. Oktober aufgearbeitet und anerkannt werden. Nur wenn Leugnung, Entmenschlichung und Dämonisierung aufhörten, könne Verständigung möglich werden.
