Brasilien: Lulas Wahlsieg allein rettet die Demokratie noch nicht
Luiz Inácio Lula da Silva hat in Brasilien die Wiederwahl geschafft und damit eine vierte Amtszeit gesichert. Er ist das erste Arbeiterkind, das bis an die Staatsspitze kam, und verwandelte erneut einen Rückstand in einen Sieg. Die Wahl gilt zugleich als deutliche Absage an den früheren Präsidenten Jair Bolsonaro.
Mit dem Wahlerfolg sind aber hohe Erwartungen verbunden. Lula wird sein Amt mit 81 Jahren antreten, ein Nachfolger mit ähnlicher Zugkraft ist bislang nicht in Sicht. Das Land bleibt politisch tief gespalten, und auch im Kongress hat die extreme Rechte weiter erheblichen Einfluss. Sie könnte zentrale Vorhaben blockieren und politischen Druck aufbauen.
Zudem steht Lula vor schwierigen außenpolitischen Bedingungen. In der Region sitzen inzwischen mehrere Trump Unterstützer in Regierungsämtern. Lula hat zwar gezeigt, dass sich die extreme Rechte schlagen lässt, doch die Stabilisierung der Demokratie bleibt eine große Aufgabe.
