Welche Folgen das Wahlergebnis für Brasilien haben könnte
Der rechte Präsidentschaftskandidat Flávio Bolsonaro will Lulas Sieg nicht anerkennen. Das weckt Erinnerungen an das Verhalten seines Vaters, der sich vor vier Jahren ebenfalls weigerte, das Wahlergebnis zu akzeptieren. Damals kam es zu gewaltsamen Übergriffen auf den Palast in der Hauptstadt.
Der Politikwissenschaftler Günther Maihold sieht nun die Gefahr, dass Bolsonaro auch diesmal den juristischen Weg sucht, nachdem er an den Urnen unterlegen ist. Für Lula werde die Regierungsarbeit schwierig, weil er einer rechten Mehrheit im Parlament, im Senat und auf lokaler Ebene gegenüberstehe. Maihold erwartet, dass Lula Kompromisse eingehen und zugleich die politische Polarisierung verringern muss, um berechenbares Regieren zu ermöglichen.
Zu den weiteren Herausforderungen zählen aus Maiholds Sicht die wirtschaftliche Lage, der Schutz des Amazonas und die Sicherheitsfrage. Auch das Verhältnis zu den USA dürfte belastet bleiben. Mit Europa sieht er dagegen Chancen für engere wirtschaftliche Zusammenarbeit, während Brasilien zugleich enge Beziehungen zu China und Russland beibehalten will.
