Ungarn gedenkt der Revolution von 1956 und rechnet mit Orbán ab
Ungarn begeht den 70. Jahrestag der Revolution von 1956 mit zahlreichen Gedenkveranstaltungen in Budapest und an vielen weiteren Orten im Land. Auch internationale Gäste sind angekündigt, darunter EU Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Ministerpräsident Peter Magyar hält am Nachmittag auf dem Kossuth Platz vor dem Parlament die zentrale Festrede.
Magyar nutzt das Gedenken auch für eine Abrechnung mit Viktor Orban. Er stellt die Abwahl des früheren Regierungschefs als Vollendung der Ziele von 1956 dar und verbindet die Feier mit dem Anspruch auf einen neuen politischen Aufbruch. Bereits im Juni hatte er erklärt, die Nation sei dort angekommen, wo die Revolutionäre von 1956 hinwollten.
Die Erinnerung an den Volksaufstand ist in Ungarn seit Jahren umkämpft. Unter Orban wurde die sowjetische Rolle bei der Niederschlagung nach Darstellung des Textes zunehmend heruntergespielt. Magyar will nun an die Revolution als gemeinsamen Moment erinnern und die tief gespaltene Gesellschaft wieder stärker einen.
