Ungarn gedenkt der Revolution von 1956 und rechnet mit Orban ab
Ungarns Ministerpräsident Peter Magyar hat zum 70. Jahrestag der Revolution von 1956 die bisher größte historische Gedenkfeier seiner Amtszeit anberaumt. In Budapest und an vielen weiteren Orten im Land wird an den antikommunistischen und antisowjetischen Volksaufstand erinnert. Für die zentrale Festrede am Kossuth Platz vor dem Parlament werden auch internationale Gäste erwartet, darunter EU Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.
Magyar verbindet das Gedenken mit einer Abrechnung mit dem früheren Orban System. Er sieht die Abwahl Viktor Orbans 2026 als Vollendung der Revolution und als Beginn eines weiteren Systemwandels. Die Erinnerung an 1956 gilt in Ungarn seit Jahren als politisch umkämpft. Unter Orban wurde die Rolle der Sowjetunion nach Ansicht von Kritikern zunehmend heruntergespielt.
Die Revolution von 1956 war auch ein wichtiger Moment für den späteren Systemwechsel von 1989. Magyar will nach 16 Jahren Orban eine neue gemeinsame Erinnerungskultur schaffen und das Bild der Revolution neu prägen.
