Steht Europas größtes Stahlwerk vor dem Aus?
Taranto ringt weiter um die Zukunft des größten Stahlwerks Italiens. Seit Jahrzehnten prägt die Anlage die Stadt, zugleich stehen die gesundheitlichen Folgen der Emissionen und die wirtschaftliche Abhängigkeit vieler Familien im Konflikt miteinander. Während Beschäftigte um ihre Arbeitsplätze kämpfen, verlangen Anwohner seit Langem ein Ende der Belastung.
Das Stahlwerk, früher unter dem Namen Ilva bekannt, wurde in den 1960er Jahren gebaut und galt zunächst als Symbol für Arbeit und Aufstieg. Später belegten Untersuchungen erhebliche gesundheitliche Schäden in der Region. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte stellte 2019 fest, Italien habe die Bevölkerung nicht ausreichend vor den Folgen der Emissionen geschützt.
Ende Juli ordnete das Berufungsgericht in Mailand an, den Heißbereich des Werks stillzulegen. Ilva und die Betreibergesellschaft Acciaierie dItalia legten Rechtsmittel ein, heute befasst sich das Kassationsgericht mit dem Fall. Gleichzeitig wächst in Taranto der Druck auf einen Umbau der Produktion und auf eine Lösung ohne Kohle.
