Frankreich proteste: Macron hat nicht die richtigen Antworten gefunden
Frankreich steht nach den Unruhen vom Wochenende unter Schock. Der Politikwissenschaftler Jacob Ross sieht darin eine Eskalation, wie sie das Land zwar aus früheren Protesten kennt, die aber diesmal eine neue Stufe erreicht habe. Er verweist auf geplünderte Geschäfte, beschädigte Symbole der Republik, das verbrannte Rathaus in Limoges und verletzte Einsatzkräfte.
Ross trennt drei Gruppen unter den Protestierenden: Schüler und Studenten mit aus seiner Sicht legitimen Anliegen, linksextreme und linksautonome Gruppen sowie Jugendliche aus Vorstädten, die bei solchen Anlässen Brandstiftungen, Angriffe auf Einsatzkräfte und Plünderungen begingen. Den Vorwurf an Präsident Emmanuel Macron sieht er darin, dass dieser die Unzufriedenheit im Land nicht richtig ernst genommen habe.
Macron und seine Regierung seien von der Gewalt überrascht worden, sagte Ross. Er hält ein weiteres Aufstocken staatlicher Mittel nicht für die Lösung und erwartet, dass der politische Streit in Frankreich zunehmend zwischen Marine Le Pen und Jean Luc Mélenchon geprägt wird.
