Wie die Lausitz den Ärztemangel in den Griff bekommen will
In Deutschland fehlen Tausende Hausärzte, vor allem auf dem Land. Nach Angaben der Kassenärztlichen Bundesvereinigung sind rund 5.000 Hausarztsitze unbesetzt. Fast 40 Prozent der Hausärztinnen und Hausärzte sind zudem 60 Jahre oder älter und werden in den kommenden Jahren voraussichtlich in Ruhestand gehen.
In Brandenburg besteht in 21 von 46 Regionen bereits Hausärztemangel oder es droht eine Unterversorgung. Das Land setzt deshalb auf die Medizinische Universität Lausitz Carl Thiem in Cottbus, die erste staatliche Universitätsmedizin Brandenburgs. Bund und Land fördern das Projekt mit insgesamt 3,7 Milliarden Euro. Anfang Oktober haben dort die ersten 38 Studierenden begonnen.
Zusätzlich hat Brandenburg eine Landarztquote beschlossen. Ab 2027 sollen zunächst vier Studienplätze pro Jahrgang an Bewerber gehen, die sich verpflichten, nach Studium und Facharztausbildung zehn Jahre lang als Hausarzt in einer unterversorgten Region des Landes zu arbeiten. Später sollen zehn Prozent der Plätze über diese Quote vergeben werden. Wer die Verpflichtung nicht erfüllt, muss mit einer Strafe von bis zu 250.000 Euro rechnen.
