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Deutscher Kolonialismus: Wo bleibt die Aufarbeitung?

Im Bundestag haben Nachfahren von Ovaherero und Nama aus Namibia die Debatte über die Aufarbeitung des deutschen Kolonialismus verfolgt. Sie fordern eine vollständige Anerkennung des Völkermords an ihren Vorfahren, eine offizielle Entschuldigung und eine stärkere Einbeziehung der Opfergruppen.

Im Zentrum der Kritik steht die Haltung der Bundesregierung. Seit 2021 verhandeln Windhoek und Berlin über eine Gemeinsame Erklärung, die 1,1 Milliarden Euro Wiederaufbauhilfe über 30 Jahre vorsieht. Ein deutsch namibisches Versöhnungsabkommen ist bislang nicht unterzeichnet. Die Linkspartei und die Grünen verlangen weitergehende Anerkennung und mehr Beteiligung der Betroffenen.

Historiker und Vertreter der Nachfahren werfen Parlament und Regierung vor, die koloniale Vergangenheit zu wenig aufzuarbeiten. Auch bei der Rückgabe menschlicher Überreste und von Kulturgütern sehen sie weiter großen Handlungsbedarf. Zudem fehlt aus ihrer Sicht ein würdiger Erinnerungsort für die deutschen Kolonialverbrechen.

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