Istanbuler Ex Bürgermeister İmamoğlu sagt erstmals in Mammutprozess aus
Der abgesetzte Istanbuler Bürgermeister Ekrem İmamoğlu hat nach mehr als anderthalb Jahren Untersuchungshaft erstmals vor Gericht ausgesagt. Gegen ihn und 399 weitere Angeklagte aus der Stadtverwaltung läuft seit März ein Verfahren. In der fast 4000 seitigen Anklageschrift wird İmamoğlu als Anführer einer kriminellen Vereinigung dargestellt. Die Vorwürfe lauten unter anderem auf Bestechung, Untreue, Geldwäsche und Ausschreibungsmanipulation. Der angebliche Schaden wird mit drei Milliarden Euro angegeben.
Vor dem Gerichtsgebäude sprach seine Ehefrau Dilek İmamoğlu von einer nötigen fairen Behandlung vor Gericht. İmamoğlu selbst ging am ersten Tag seiner Aussage nicht konkret auf die Vorwürfe ein, soll aber die Regierung von Präsident Recep Tayyip Erdoğan und die türkische Justiz scharf kritisiert haben.
Parallel schlossen die Behörden den kritischen Fernsehsender Halk TV. Gegen den Sender werden ebenfalls Vorwürfe wie Geldwäsche, Bestechung und Ausschreibungsbetrug erhoben. Der Senderchef wies die Anschuldigungen zurück.
