Ausländerkriminalität: Ein Vergleich von Äpfeln und Birnen?
Die Soziologin, Psychologin und Rechtswissenschaftlerin Susann Prätor warnt vor einfachen Vergleichen bei der Einordnung von Kriminalitätszahlen von Ausländern. Die Polizeiliche Kriminalitätsstatistik zeige zwar, dass zuletzt 35,4 Prozent der Tatverdächtigen keinen deutschen Pass hatten, doch Faktoren wie Alter und Geschlecht seien für die Bewertung entscheidend.
Prätor verweist darauf, dass nicht deutsche Tatverdächtige im Schnitt jünger seien als Deutsche und junge Männer weltweit besonders häufig als Tatverdächtige auffielen. Auch das Anzeigeverhalten spiele eine Rolle: Menschen, die als fremd wahrgenommen werden, würden eher angezeigt. Eine Untersuchung des Kriminologischen Instituts Niedersachsen aus dem Jahr 2024 kam demnach zu dem Ergebnis, dass nicht deutsche Personen fast dreimal so oft wie Deutsche angezeigt wurden.
Mehr Aufschluss erhofft sich Prätor von Dunkelfeld Studien. Bei Jugendlichen zeigten solche Befragungen, dass sich die Lebensbedingungen von Migranten und Deutschen teils deutlich unterscheiden, etwa bei familiärer Gewalt, Bildung, Freundeskreisen und Rollenbildern.
