Friedenspreisträger Sands kritisiert deutsches Schweigen zum Vorgehen Israels
Der Jurist und Schriftsteller Philippe Sands hat den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhalten und in seiner Dankesrede zu einer klaren Haltung gegen Verstöße gegen das Völkerrecht aufgerufen. In der Frankfurter Paulskirche sagte er, Regeln und Recht müssten universell gelten und Deutschland dürfe zu Verletzungen des Völkerrechts nicht schweigen.
Sands kritisierte das deutsche Schweigen zum Vorgehen Israels im Gazastreifen und im Westjordanland. Kritik an Israel sei weder antisemitisch noch antiisraelisch, betonte er. Er sprach von Völkerstraftaten am 7. Oktober in Israel und anschließend auf palästinensischem Gebiet.
Den Appell, eine echte Staatsräson müsse das Schweigen über Völkerstraftaten brechen, verband Sands mit seiner eigenen Familiengeschichte. Die Laudatio hielt die Historikerin Mirjam Zadoff, der Börsenverein des Deutschen Buchhandels übergab ihm die Urkunde. Bundespräsident Frank Walter Steinmeier war unter den Gästen.
