Ist der deutsch israelische Jugendaustausch am Ende?
Der deutsch israelische Jugendaustausch gerät nach Angaben von Lehrkräften und Organisatoren zunehmend unter Druck. An Schulen wie dem Margaretha Rothe Gymnasium in Hamburg und dem Campus Rütli in Berlin fanden die letzten regulären Austauschfahrten bereits vor der Corona Pandemie statt. Seitdem verhinderten Corona, der Terrorangriff auf Israel am 7. Oktober 2023 und Reisewarnungen weitere Reisen.
Die Vorbereitung solcher Begegnungen ist aufwendig und teuer. Häufig müssen mehrere Stiftungen, Schulbehörden, Spenden und private Hilfe zusammenkommen. Wegen gestiegener Kosten liegt der Eigenanteil pro Schüler inzwischen oft bei mehr als 1000 Euro. Hinzu kommen Sicherheitsfragen, weil Auswärtiges Amt und israelische Behörden vor Reisen jeweils in die andere Richtung warnen.
Trotz der schwierigen Lage sehen Lehrkräfte den Austausch weiterhin als wichtigen Beitrag gegen Antisemitismus und für politische Bildung. Auch außerhalb der Schulen gehen die Zahlen stark zurück. Die Axel Springer Stiftung unterstützte 2022 noch 46 Fahrten, 2026 lag nur noch ein kleiner Teil von Anträgen vor. Einige Engagierte wollen dennoch weitermachen und neue Partnerschulen in Israel suchen.
