Wie Wien erfolgreich gegen Wohnungsnot und hohe Mieten vorgeht
In Wien prägen Gemeindebauten seit mehr als 100 Jahren die Wohnungspolitik. Die ältesten Anlagen stammen aus den 1920er Jahren, als die Stadt auf große Wohnungsnot reagierte und bis 1934 rund 65000 Wohnungen errichten ließ. Nach dem Zweiten Weltkrieg folgte in den 1960er Jahren eine weitere Ausbauphase.
Heute gibt es in Wien rund 1800 Gemeindebauten mit etwa 220000 Wohnungen. Sie bieten ungefähr einer halben Million Menschen ein Zuhause, also einem Viertel der Stadtbevölkerung. Hinzu kommen rund 200000 geförderte Wohnungen, etwa von Genossenschaften.
Die Mietverträge im Gemeindebau sind unbefristet, Kaution und Maklercourtage entfallen. Finanziert werden Erhalt, Neubau und Sanierungen aus Mieteinnahmen, Wohnbaukrediten und Fördergeldern. Der Umsatz von Wiener Wohnen lag im vergangenen Jahr bei knapp 1,3 Milliarden Euro, dennoch deckten die laufenden Einnahmen die Kosten nicht vollständig. Für eine Einzimmerwohnung beginnen die Mieten im Schnitt bei etwa 350 Euro, für drei Zimmer bei rund 750 Euro.
