Weltraumgipfel in Paris: Macron macht Druck
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat in Paris rund 2000 Akteure aus Politik, Militär, Wirtschaft und Forschung zu einem Weltraumgipfel versammelt. Er will damit ein Zeichen europäischen Ehrgeizes setzen und zugleich auf die aus seiner Sicht fragile Lage der europäischen Raumfahrt aufmerksam machen. Europa hinkt bei Raketenstarts und bei der Zahl der ins All gebrachten Satelliten hinter den USA und China hinterher.
Macron wirbt dafür, industrielle und technologische Kapazitäten stärker zu bündeln und europäischen Firmen bei öffentlichen Aufträgen Vorrang zu geben. EU Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen unterstützt grundsätzlich eine engere Koordinierung von Investitionen. Deutschland sieht eine strikte europäische Präferenz jedoch kritisch und will Zusammenarbeit mit SpaceX offenhalten, falls europäische Lösungen fehlen.
Auch sicherheitspolitisch offenbart der Gipfel Unterschiede. Frankreich setzt auf das Satellitensystem IRIS2, Deutschland plant eigene Investitionen in die Weltraumaktivitäten und ein abhörsicheres Netz für die Bundeswehr. Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius betonte, Frankreich und Deutschland arbeiteten an einer besseren Interoperabilität der Systeme.
