Erdbeben durch Erdgasförderung: Wie groß ist die Gefahr?
Die Erdgasförderung kann nach Angaben des Bundesverbands Erdgas, Erdöl und Geoenergie Erdbeben auslösen, weil sie die Spannungsverhältnisse im Untergrund verändert. Wie stark die Folgen sind, hängt von Stärke, Tiefe und Lage des Bebens ab. Besonders deutlich zeigt sich das im niederländischen Groningen, wo über Jahrzehnte Gas gefördert wurde und immer wieder Schäden an Häusern entstanden. Dort sind bis zu 200000 Menschen betroffen, mehr als 3300 Häuser wurden abgerissen.
Auch nach dem Stopp der Förderung 2022 ist der Streit nicht beendet. Shell und ExxonMobil verlangen Milliarden als Entschädigung für den vorzeitigen Ausstieg. Die niederländische Regierung übernahm nach einem Gesetz von 2016 das Schadensmanagement und ließ sich die Kosten von den Unternehmen erstatten. Ein Untersuchungsausschuss sprach 2023 von einem beispiellosen Systemversagen. Für Groningen ist zudem ein Hilfspaket von 22 Milliarden Euro angekündigt. In Deutschland gibt es ebenfalls Hinweise auf Erdbeben im Zusammenhang mit Gasförderung, vor allem in Niedersachsen.
