Ungarn: Schwarzer Bildschirm auf Orbans Propagandakanal
In Ungarns öffentlich rechtlichen Medien ist am Dienstag für mehrere Stunden ein schwarzer Bildschirm zu sehen gewesen. Zuvor erschien eine Entschuldigung mit dem Hinweis, die Sender würden umgestaltet, um künftig unabhängig und glaubwürdig zu sein. Gleichzeitig wurden sämtliche Nachrichtensendungen und politischen Programme im öffentlich rechtlichen Radio und Fernsehen eingestellt.
Später startete der Nachrichtensender M1 mit einem neuen Programm. Dabei lief der ungarische Filmklassiker Der Zeuge aus dem Jahr 1979. Auf der Internetseite der Hauptnachrichtensendung blieb der schwarze Hintergrund mit der Entschuldigung zunächst weiter sichtbar. Nach Angaben der neuen Regierung soll die Medienholding umgebaut und die Führung neu besetzt werden.
Die Umstellungen gelten als tiefgreifender Einschnitt in den ungarischen Medien. Ministerpräsident Peter Magyar sprach von einem historischen Tag und erklärte, die Propaganda in den öffentlich rechtlichen Medien ende. Viktor Orban kritisierte den Umbau als einen neuen Schritt der Willkür der Tisza Partei.
