Krankschreibungen: Was die Koalition plant und was offen ist
Union und SPD wollen die Regeln für Krankschreibungen verschärfen, um den Krankenstand zu senken und die Wirtschaft zu stärken. Vereinbart ist, die telefonische Krankschreibung abzuschaffen und eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung grundsätzlich schon ab dem ersten Krankheitstag vorzuschreiben.
Die Koalition verweist auf hohe Fehlzeiten in Deutschland. Unionsfraktionschef Jens Spahn spricht von rund 18 Krankheitstagen pro Arbeitnehmer im Jahr. Bundeskanzler Friedrich Merz verteidigt die Pläne als Rückkehr zu Regeln vor der Corona Pandemie, zugleich soll die Videosprechstunde erhalten bleiben.
Offen ist noch, wie die neue Regelung genau umgesetzt wird. Regierungssprecher Stefan Kornelius sagte, ein Praxisbesuch am ersten Tag sei nicht automatisch vorgesehen, die Ausgestaltung werde im Gesetzgebungsverfahren festgelegt. Kritisch sehen die Pläne Ärzte, Krankenkassen und auch Teile der SPD, die vor mehr Praxisandrang, mehr Bürokratie und fehlenden Belegen für einen Zusammenhang zwischen Telefon Krankschreibung und Krankenstand warnen.
