Missbrauchsskandal: Spanier hoffen auf mehr Aufklärung beim Papstbesuch
In Spanien hoffen Opfer sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche auf mehr Aufklärung und Druck durch den Besuch von Papst Leo XIV. König Felipe VI. sprach das Thema bei der Begrüßung des Papstes offen an und betonte, für Heilung und Wiedergutmachung seien Klarheit und Entschlossenheit wichtig. Leo XIV. bezeichnete Kindesmissbrauch auf dem Flug nach Madrid als offene Wunde und verwies darauf, dass er an allen seinen Stationen Maßnahmen dagegen ergriffen habe.
Die Zeitung El País hat seit 2018 nach eigenen Angaben mehr als 3000 Missbrauchsopfer und 1600 Beschuldigte erfasst. Ein Rechercheteam beklagt, die Kirche verweigere bis heute die Zusammenarbeit. Besonders im Blick steht ein Fall gegen einen spanischen Bischof, dessen kirchenrechtliches Verfahren der Vatikan nach Angaben des Teams zu den Akten gelegt hat. Opferverbände kritisieren zudem, dass sie beim Papstbesuch zunächst nicht eingeplant waren.
