Serbien nach der Wahl: Wer regiert nach Vučić?
Nach der vorgezogenen Parlamentswahl in Serbien hat das Bündnis Studentenliste mit gut 52 Prozent der Stimmen die absolute Mehrheit erreicht. Präsident Aleksandar Vučić räumte die Niederlage seiner Partei ein. Die Bewegung entstand aus Protesten nach dem Einsturz eines Bahnhofsvordachs vor zwei Jahren, bei dem 16 Menschen starben, und machte Korruption sowie den Zustand von Demokratie und Rechtsstaat zum zentralen Wahlkampfthema.
Offen ist, wer die neue Regierung führen wird. Der Arzt Ilija Srdanović stand an der Spitze der Liste, gilt aber nicht automatisch als Kandidat für das Amt des Ministerpräsidenten. Die Bewegung hat sich bei Personalfragen noch nicht festgelegt. Beobachter sehen darin ein Risiko, weil das Bündnis zwar Wahlen gewinnen, aber nur schwer regieren könne.
Im Wahlprogramm kündigte die Studentenliste Reformen für Justiz, Polizei und Medien an. Sie will staatliche Gelder zurückholen, politische Einflussnahme zurückdrängen und öffentliche Ämter mit Experten besetzen. Auch im Sozialbereich sind Verbesserungen vorgesehen.
