Junge Menschen im Sog von Sekten
Junge Menschen fühlen sich angesichts anhaltender Krisen besonders belastet. Recherchen des SWR zeigen, dass Sekten diese Unsicherheit offenbar gezielt nutzen. Eine Expertin spricht von „goldenen Zeiten für Sekten“, weil soziale Medien neue Möglichkeiten für die Ansprache bieten.
Beispielhaft wird der Fall von Sandra Pfander geschildert, die nach eigener Darstellung über christliche Instagram Chatgruppen und Bibelkurse an die Sekte Shincheonji herangeführt worden sei. Aus internen Materialien gehe hervor, dass Anhänger offenbar geschult würden, über Social Media Kontakte zu knüpfen und Menschen in solche Kurse zu führen. Shincheonji Frankfurt äußert sich zu den Vorwürfen nicht.
Eine Umfrage zeigt, dass sich 69 Prozent der 18 bis 34 Jährigen wegen Krisen stark oder sehr stark belastet fühlen. In der Altersgruppe suchen zudem viele stärker nach Sinn, Halt oder Gemeinschaft. Auch Scientology Stuttgart nutzt nach den Recherchen TikTok für kostenlose Coachings und Workshops. Beratungsstellen berichten, dass Jugendliche und junge Erwachsene in den vergangenen fünf Jahren stärker in den Fokus geraten seien.
