Wie sieht die Zukunft der Raffinerien aus?
Deutschlands Raffinerien stehen vor einem grundlegenden Umbau. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche will eine Strategie erarbeiten, die Versorgungssicherheit und Klimaschutz miteinander verbindet. Dabei sieht sie Raffinerien als Teil der strategischen Infrastruktur, weil sie einen Großteil des Kraftstoffbedarfs im Straßen, Schiffs und Luftverkehr decken und auch Rohstoffe für die Chemie und Pharmaindustrie liefern.
Reiche will die Anlagen schrittweise auf nachhaltigere Produkte umstellen. Künftig könnten dort auch biogene Kraftstoffe und synthetisches Flugbenzin entstehen, dafür seien jedoch Investitionen in Milliardenhöhe nötig. Gleichzeitig gibt es in der Branche Kritik an den Klimaschutzvorgaben der Europäischen Union. Der Mineralölwirtschaft zufolge benachteiligt der Emissionshandel europäische Standorte im internationalen Wettbewerb.
Auch unter Experten ist die Zukunft der Raffinerien umstritten. Während manche eine tiefgreifende Transformation fordern, verweisen andere auf sinkende Nachfrage und den Druck durch die Klimaziele. Reiche will Ende November mit Arbeitsgruppen starten, erste Ergebnisse werden im ersten Quartal des kommenden Jahres erwartet.
