Indien: Der Mut der Frauen hinter den Kakerlaken Protesten
In Indien prägen Frauen und genderqueere Menschen die Proteste gegen die Regierung und den Umgang der Behörden mit Demonstrierenden. Im Zentrum steht die Bewegung Cockroach Janta Party, die nach einer abfälligen Bemerkung eines Richters über arbeitslose junge Menschen entstanden ist. Sie fordert inzwischen unter anderem den Rücktritt des indischen Chef Wahlleiters Gyanesh Kumar, nachdem mehr als 130 Millionen Namen aus Entwürfen der Wählerverzeichnisse gestrichen wurden.
Die Aktivistin Neha Bora ist zu einem Gesicht der Proteste geworden. Auch Navkiran Natt und Gurmehar Kaur gehören zu den bekannten Stimmen der Bewegung. Frauen berichten von Polizeigewalt, sexualisierten Angriffen und Einschüchterung im Internet. Gleichzeitig werfen die Behörden die Vorwürfe zurück und sprechen von einer würdevollen Behandlung der Demonstrierenden.
Die Proteste fallen in eine Phase, in der nach einer Gruppenvergewaltigung in Neu Delhi erneut über Sicherheit und Selbstbestimmung von Frauen diskutiert wird. Aktivistinnen betonen, dass sie sich nicht auf die Opferrolle reduzieren lassen wollen und ihre politische Sichtbarkeit als Teil des Widerstands verstehen.
