Frankreichs Jugend verliert das Vertrauen in die Politik
In Frankreich protestieren seit mehr als zwei Wochen Schüler und Studierende gegen marode Schulgebäude, Unterrichtsausfälle und Lehrermangel. Die Regierung hat eine kurzfristige Personalinitiative und einen Dialog angekündigt, während Bilder von Polizeieinsätzen mit Schlagstöcken und Tränengas die Stimmung weiter anheizen.
Der Unmut reicht über die Lage an den Schulen hinaus. Viele junge Menschen sehen ein politisches System, das nach ihrer Wahrnehmung keine Lösungen für die Probleme des Landes findet. Die Regierung ohne parlamentarische Mehrheit verwalte eher, als dass sie regiere, heißt es in dem Beitrag.
Präsident Emmanuel Macron gilt am Ende seiner Amtszeit bei vielen in der Jugend nicht mehr als Hoffnungsträger, sondern als Ziel von Hass und Spott. Ein halbes Jahr vor der Präsidentschaftswahl gelten ein möglicher Stichentscheid zwischen Marine Le Pen und Jean Luc Mélenchon sowie der Zulauf der politischen Ränder unter jungen Menschen als Ausdruck einer wachsenden Polarisierung.
