Schutz vernachlässigt? Behörden ermitteln gegen Betreiber des Magdeburger Weihnachtsmarkts
Die Generalstaatsanwaltschaft Naumburg ermittelt gegen den Geschäftsführer der Weihnachtsmarktgesellschaft von Magdeburg wegen möglicher Versäumnisse vor dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt. Der Anwalt bestätigte Ermittlungen wegen fahrlässiger Körperverletzung und fahrlässiger Tötung durch Unterlassen. Ende August gab es deshalb Durchsuchungen unter anderem in den Büros der Gesellschaft in Magdeburg.
Bei dem Anschlag vor fast zwei Jahren starben auf dem Weihnachtsmarkt sechs Menschen, mehr als 300 wurden teils schwer verletzt. Der Täter wurde im Juni wegen Mordes und versuchten Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Das Gericht stellte zudem die besondere Schwere der Schuld fest.
Bis zuletzt waren nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft 53 Strafanzeigen eingegangen. Ein Untersuchungsausschuss des Landtages hatte Defizite im Handeln mehrerer Behörden gesehen und von einer Verantwortungslücke bei den Betonsperren gesprochen. In dem Zusammenhang verwies der Anwalt des Gesellschaftschefs auf einen Lageplan aus dem Jahr 2017, an der fraglichen Stelle sei zwar eine Absperrkette vorgesehen gewesen, sie sei dort aber nie angebracht worden.
