Rentner mit Staatsgeheimnissen: Der Fall Hanning könnte kaum folgenreicher sein
Der frühere BND Präsident August Hanning steht im Verdacht, über Jahre Staatsgeheimnisse an interessierte Mächte weitergegeben zu haben. Der Fall wurde durch eine parlamentarische Anfrage der Linksfraktion im Sommer 2022 bekannt, als die Bundesregierung Auskunft über zahlreiche Treffen Hannings mit hochrangigen Vertretern von Ministerien und Nachrichtendiensten gab.
Zu den genannten Kontakten zählen ein Staatssekretär des Auswärtigen Amtes, Jens Spahn, damals Staatssekretär im Finanzministerium, sowie ein Staatssekretär des Innenministeriums. Mit diesem traf sich Hanning den Angaben zufolge mehrfach zwischen 2017 und 2021. Der Kommentar verweist zudem darauf, dass Hanning nach seinem Ausscheiden aus dem Amt in Beratungs und Sicherheitsfirmen tätig war.
Für ehemalige Spitzenspione gelten bislang keine besonderen beruflichen Beschränkungen nach dem Ausscheiden aus dem Dienst. Der Fall wirft nach Ansicht des Kommentars die Frage auf, ob im Umgang mit ehemaligen hochrangigen Beamten mehr Sensibilität nötig ist, um den Abfluss vertraulicher Informationen zu verhindern.
