Jüdischer Alltag in Deutschland: Leben mit Sicherheitsvorkehrungen
Seit dem Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 hat sich die Bedrohungslage für Jüdinnen und Juden in Deutschland weiter verschärft. Synagogen, Schulen und Kindergärten stehen zwar schon länger unter Polizeischutz, doch antisemitische Vorfälle haben deutlich zugenommen. Allein 2025 dokumentierte die Recherche und Informationsstelle Antisemitismus bundesweit 8.725 antisemitische Vorfälle.
Ein Beispiel ist der ehemalige Präsident des jüdischen Sportvereins Makkabi München, Robby Rajber. Er wurde 2024 von der Polizei unter Schutz gestellt, weil Ermittler einen Anschlag auf ihn befürchteten. Monatelang wurde er von bewaffneten Personenschützern begleitet. Auch andere jüdische Einrichtungen und bekannte Persönlichkeiten geraten zunehmend ins Visier.
Neben islamistischen und rechtsextremistischen Akteuren spielen nach den Recherchen auch mutmaßlich vom Iran gesteuerte Anschlagsplanungen eine Rolle. Zugleich nehmen Drohungen im Netz und im Alltag zu. Viele Betroffene leben deshalb vorsichtiger, kontrollieren ihr Umfeld und ihre Fahrzeuge und zeigen ihre jüdische Identität dennoch offen.
