Blinde wieder sehen lassen: Optogenetik, dafür bekommen zwei Deutsche den Nobelpreis
Für die Entwicklung der Optogenetik erhalten die deutschen Forscher Peter Hegemann und Georg Nagel gemeinsam mit dem US Wissenschaftler Karl Deisseroth den Medizin Nobelpreis. Mit der Methode lassen sich Nervenzellen durch Licht an und ausschalten. Sie könnte künftig die Behandlung zahlreicher neurologischer Erkrankungen verändern.
Besonders weit ist die Forschung bei bestimmten Formen der Blindheit. Bereits 2021 konnten Forschende bei einem erblindeten Mann mit einer optogenetischen Behandlung wieder Teile der Sehfunktion herstellen. In weiteren Studien verbesserten sich bei schwer sehbehinderten Patienten unter anderem das Erkennen von Formen und die Orientierung.
Auch für Gehörlosigkeit, Epilepsie, Parkinson und andere Erkrankungen werden Anwendungen geprüft. In Göttingen wird an einem optischen Cochlea Implantat gearbeitet, Tierversuche zeigten bereits Reaktionen auf akustische Signale. Für Menschen ist die klinische Anwendung vieler Verfahren aber noch nicht erreicht.
