Optogenetik: Medizin Nobelpreis für den Lichtschalter im Gehirn
|

Optogenetik: Medizin Nobelpreis für den Lichtschalter im Gehirn

Peter Hegemann, Georg Nagel und Karl Deisseroth erhalten den Medizin Nobelpreis für ihre Arbeiten zur Optogenetik. Mit dieser Methode lassen sich ausgewählte Nervenzellen durch Licht gezielt aktivieren oder hemmen. Das eröffnet neue Möglichkeiten, um zu untersuchen, wie Nervenzellen im Gehirn miteinander kommunizieren und welche Schaltkreise Gefühle, Erinnerungen, Bewegung oder Verhalten steuern.

Der Weg dorthin begann mit Untersuchungen an der Grünalge Chlamydomonas reinhardtii. Hegemann und Nagel wiesen nach, dass ein Protein der Alge, Channelrhodopsin 2, direkt durch Licht gesteuert wird. Deisseroth übertrug dieses Prinzip auf Nervenzellen von Säugetieren. 2005 wurde der Durchbruch veröffentlicht, zwei Jahre später funktionierte der lichtgesteuerte Schalter auch im Gehirn lebender Mäuse.

Die Optogenetik gilt inzwischen als wichtiges Werkzeug der Grundlagenforschung und wird auch für mögliche Therapien untersucht, etwa bei neurologischen oder psychiatrischen Erkrankungen. Bei Erkrankungen der Netzhaut wird eine optogenetische Therapie bereits klinisch erprobt.

Zur Originalmeldung

Ähnliche Beiträge

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert