Deutschlands Wirtschaft wächst wieder, doch die Probleme bleiben
Führende Wirtschaftsforschungsinstitute rechnen für Deutschland im kommenden Jahr mit einem Wachstum von 1,1 Prozent, für 2026 mit 1,3 Prozent. Das ist deutlich mehr als im Frühjahr erwartet. Als Gründe nennen die Ökonomen eine robuste Weltwirtschaft, wovon die deutsche Exportwirtschaft profitiere, sowie den weltweiten Boom bei Künstlicher Intelligenz.
Auch staatliche Ausgaben für Infrastruktur und Verteidigung stützen nach Einschätzung der Institute die Konjunktur. Zugleich warnen sie davor, den jüngsten Anstieg als Beginn eines neuen Wirtschaftsbooms zu sehen. Für 2028 erwarten sie nur noch ein Wachstum von 0,4 Prozent. Hohe Energiepreise, Fachkräftemangel, die alternde Gesellschaft und schwache Investitionen bremsten die Entwicklung weiter.
Kritik üben die Forscher an der schuldenfinanzierten Finanzpolitik der Bundesregierung. Das Defizit soll von 4,1 Prozent der Wirtschaftsleistung in diesem Jahr auf 4,7 Prozent im Jahr 2028 steigen. Als zentrale Herausforderungen nennen sie außerdem den Verlust von Arbeitskräften, die schwierige Lage vieler Industriezweige und die ungelösten Probleme bei Energieversorgung und Energiewende.
