Vorgeschmack auf neue Normalität: Kann Hitze zu mehr Klimaschutz bewegen?
Die anhaltende Hitze mit Temperaturen über 30 Grad und die Folgen des Klimawandels sind früher spürbar als erwartet. Dazu zählen Hitzewellen, Trockenheit und Waldbrände. Der Umweltsoziologe Henning Best hält es jedoch für unwahrscheinlich, dass solche Wetterereignisse dauerhaft zu einer grundlegenden Veränderung der Haltung zum Klimaschutz führen.
Nach seiner Einschätzung steigt die Zustimmung zu Klimaschutzmaßnahmen zwar nach Extremwetterereignissen, der Effekt halte aber nicht lange an. Viele Menschen wüssten zwar um den menschengemachten Klimawandel, seien aber selten bereit, das eigene Verhalten zu ändern. Als ein Problem beschreibt Best, dass Klimaschutz nur auf gesellschaftlicher Ebene wirken könne, während der Anreiz groß sei, selbst nichts beizutragen.
Zugleich sieht er die Politik im Rückwärtsgang. Der Expertenrat für Klimafragen hatte im Mai mitgeteilt, dass nicht genug für die Klimaziele getan werde. In einer aktuellen Auswertung der Langzeitstudie GLEN hielten 16 Prozent der Befragten wissenschaftliche Daten zum Klimawandel für unglaubwürdig.
