Schuldenkrise in Frankreich: Wie gefährdet ist die Eurozone?
Frankreichs hohe Staatsverschuldung sorgt in der EU für Sorgen vor möglichen Ansteckungseffekten, eine akute Gefahr für die Eurozone sehen Experten derzeit jedoch nicht. Das Land hatte 2024 rund 3,3 Billionen Euro Schulden, die Schuldenquote lag im ersten Quartal bei 114 Prozent der Wirtschaftsleistung. Das Haushaltsdefizit betrug zuletzt 5,8 Prozent und liegt damit deutlich über den europäischen Vorgaben.
Nach dem Rücktritt von Premier Sébastien Lecornu steht nun die Aufgabe an, den Schuldenberg abzubauen. Die politische Lage erschwert das, weil das Parlament in drei Lager gespalten ist und Sparmaßnahmen auf Widerstand in der Bevölkerung stoßen. Ökonomen verweisen zugleich darauf, dass Frankreich wirtschaftlich breiter aufgestellt ist als Staaten, die während der Euro Schuldenkrise Hilfen benötigten. Zugleich warnen sie vor langfristigen Risiken, falls Investoren das Vertrauen verlieren und die Zinslast weiter steigt.
