Polens größte Oppositionspartei ist gespalten
In Polens größter Oppositionspartei PiS ist es zum Bruch gekommen. Etwa 30 Abgeordnete haben ihre Mitgliedschaft gekündigt und folgen dem früheren Ministerpräsidenten Mateusz Morawiecki in einen liberaleren Flügel. Parteichef Jaroslaw Kaczynski sagte, die Trennung habe sich so ergeben.
Hinter dem Streit steht offenbar ein Machtkampf zwischen Kaczynski und Morawiecki. Unter Kaczynskis Führung will die PiS bei der nächsten Wahl mit Przemyslaw Czarnek antreten, Morawiecki gründete dagegen die Vereinigung Entwicklung plus. Nach einem Ultimatum der Parteiführung mussten die Mitglieder der Gruppe die PiS verlassen, nachdem ein Schlichtungsversuch gescheitert war.
Politikwissenschaftler sehen die PiS bereits geschwächt. In Umfragen liegt die frühere Regierungspartei bei etwas mehr als 17 Prozent, die Gruppe um Morawiecki bei etwa sechs Prozent. Zugleich bleibt die Regierungskoalition mit knapp 31 Prozent die stärkste Kraft.
