Jens Spahn und die US Leihmutter: Ein Fall von Doppelmoral?
Die CDU lehnt Leihmutterschaft in Deutschland weiterhin strikt ab und verweist dabei auf ethische, rechtliche und praktische Bedenken. Auf dem Bundesparteitag in Stuttgart bekräftigte die Partei im Februar 2026 ihren Beschluss, Leihmutterschaft auch in altruistischen Modellen verboten zu halten, um Missbrauch, Ausbeutung und gesundheitliche Risiken zu verhindern.
Gleichzeitig wurde bekannt, dass Jens Spahn und sein Ehemann Daniel Funke in den USA mithilfe einer Leihmutter ein Kind bekommen haben. Dort ist Leihmutterschaft je nach Bundesstaat unterschiedlich geregelt und in Kalifornien für gleichgeschlechtliche Paare rechtssicher möglich. Das Kind heißt Georg. Rechtliche Folgen müssen Spahn und Funke in Deutschland nicht befürchten.
Der Fall löste eine Debatte über Doppelmoral aus. Aus Spahns Umfeld hieß es, die Entscheidung für die USA sei auch wegen der dortigen Rechtslage gefallen. Zugleich betonten Kritiker aus CDU, Grünen, Linken und weiteren Parteigremien, Politiker müssten sich an die Maßstäbe halten, die sie selbst vertreten. CDU Vorsitzender und Kanzler Friedrich Merz reagierte zurückhaltend und kündigte an, die Frage in der nächsten Präsidiumssitzung zu besprechen.
