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Als London zum Himmel stank

Im Sommer 1858 wurde London von einem massiven Gestank überzogen, der von der stark verschmutzten Themse ausging. Wochenlange Hitze und fehlender Regen ließen den Fluss zu einer Kloake aus Abfällen, Fäkalien und Industrieeinschlägen werden. Viele Menschen verließen die Stadt, andere versuchten sich mit Kalkchlorid und Taschentüchern vor dem Geruch zu schützen.

Die Lage machte auch die Schwächen der überlasteten Kanalisation sichtbar. Das Abwasser wurde direkt in die Themse geleitet, wo es bei Hochwasser wieder auf die Straßen gelangte. Während sich Ruhr, Typhus und Cholera ausbreiteten, setzte sich schließlich die Erkenntnis durch, dass verschmutztes Trinkwasser eine zentrale Rolle spielte. Der Arzt John Snow hatte diesen Zusammenhang bereits zuvor vermutet.

Nach dem Gestank im Parlament bewilligte das britische Unterhaus innerhalb von 18 Tagen drei Millionen Pfund für eine neue Kanalisation. Ingenieur Joseph Bazalgette baute ein rund 1.800 Kilometer langes System, das 1875 fertiggestellt wurde. Es galt als modernstes Abwassersystem der Welt und entlastete London für viele Jahrzehnte.

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