Wenn die Zeit abläuft: Abschied von den Erdbebenopfern in Venezuela
Nach dem Erdbeben in Venezuela sind mehr als 2.000 Tote geborgen worden, Zehntausende Menschen werden noch vermisst. Im Hafen von La Guaira wurde eine Freifläche neben Schiffscontainern kurzfristig zu einer improvisierten Leichenhalle unter freiem Himmel umfunktioniert. Dort werden die Toten gesammelt, identifiziert und für Angehörige zugänglich gemacht.
Viele Familien suchen an dem Hafen nach vermissten Angehörigen. Für sie ist der Ort zum zentralen Anlaufpunkt geworden, obwohl die Lage von Unsicherheit und Verzweiflung geprägt ist. Eine Frau berichtet, sie habe ihre Großeltern inzwischen dort erwartet und wolle Abschied nehmen. Andere Angehörige warten vergeblich auf Nachrichten. Der Forensiker Johann Pérez beschreibt die Arbeit als belastend, weil Personal und Ressourcen knapp seien. Nach einer Woche liegt der Fokus in den Trümmern vor allem auf der Suche nach Toten, während die Hoffnung auf Überlebende mit jeder Stunde sinkt.
